Die Kutschfahrt zur Teufelsburg

SpielartKartenspiel VerlagAdlung
Spielerzahl3 - 10 Spieler Alterab 12 Jahren
Spieldauer60 Minuten Erscheinungsjahr-
 

Rezension

In einer Kutsche sitzen Mitglieder zweier Geheimgesellschaften, namentlich der Bruderschaft der wahren Lügen und des Ordens der offenen Geheimnisse. Sie sind unterwegs zu einem Treffen auf der Teufelburg, doch wäre es von Vorteil, schon auf der Reise dorthin zu erfahren wer die eigenen Verbündeten sind und sich einen Vorteil gegenüber den Gegnern zu verschaffen.
Die drei bis zehn Spieler bekommen vor Spielbeginn je eine Karte mit einer schön gezeichneten Illustration ihres Spielcharakters und eine Berufkarte, die ihnen eine Sonderfertigkeit verleiht - manche nur einmal einzusetzen, andere beständig. Dazu gesellt sich noch eine Karte, auf der die Geheimgesellschaft des Spielers genannt wird. Bei Spielrunden mit gerader Spieleranzahl wird es von jeder der beiden Gesellschaften gleich viele Mitglieder geben, bei ungerader Spieleranzahl wird der Nachteil der unterlegenen Gesellschaft durch andere besondere Karten ausgeglichen, die zusätzlich ins Spiel kommen.
Nun kennt keiner der Spieler die Gesellschaft oder den Beruf eines anderen Spielers. Ziel aber ist es, herauszufinden wer einem freundlich gesinnt ist und mit diesen Verbündeten gemeinsam drei Schlüssel (Orden) bzw. drei Kelche (Bruderschaft) zu sammeln. Erst wenn einer der Spieler sicher ist, wer seine Verbündeten sind und wer die zum Sieg benötigten Gegenstände besitzt, sollte dieser laut den Sieg verkünden und seine Erkenntnisse laut vortragen. Liegt er damit richtig, so hat seine Gesellschaft das Spiel gewonnen. Liegt er aber falsch, so gewinnt die Gegenseite.
Reihum kann nun jeder Spieler eine von vier Aktion durchführen: Passen, Angreifen, Tauschen oder den Sieg erklären. Der Angriff wird ausgeführt indem man seine Charakterkarte mit der Angriffseite offen auf den Tisch legt und erklärt, wer das Ziel des Angriffs sein soll. Der Angegriffene legt nun seine Charakterkarte mit der Verteidigungsseite nach oben ebenfalls auf den Tisch. Der Reihe nach dürfen die anderen Spieler Partei für den Angreifer oder Verteidiger ergreifen und zeigen dies ebenfalls durch ihre Charakterkarten an. Anschließend kann durch bestimmte Gegenstandskarten oder Berufe das Ergebnis noch beeinflusst werden. Der Gewinner darf sich nun entweder Beruf und Gesellschaft des Unterlegenen ansehen oder ihm einen Gegenstand seiner Wahl stehlen. Die unterstützenden Spieler gehen leer aus.
Beim Tausch bietet man einem Spieler eine seiner Gegenstandskarten an. Der Tauschpartner kann nun entweder dem Tausch zustimmen und eine seiner Gegenstandskarten im Tausch zurückgeben oder den Tausch ablehnen. Viele Gegenstandskarten lösen beim Tausch eine Sonderaktion aus, wie etwa das Nachziehen eines neuen Gegenstands.
Nach etlichen Runden sollten die Spieler langsam Wissen darüber erlangen, welcher Spieler in welcher Gesellschaft ist, und wichtige Gegenstände gesammelt haben. Das Spiel kann jederzeit von einem Spieler dadurch beendet werden, dass er für seine Gesellschaft den Sieg beansprucht.
Durch die verschiedenen Berufe und Gegenstände kommen Abwechslung und taktische Möglichkeiten in das Spiel und durch geschicktes Ausnutzen der Kartenfähigkeiten kann man versuchen, die Gegenseite zu täuschen und den eigenen Mitspielern Hinweise zu geben.
Die Karten sind hübsch illustriert und von guter Qualität. Dem Spiel legt neben der deutschsprachigen auch eine englische Anleitung bei und auch auf den Spielkarten ist der Text sowohl auf deutsch als auch auf englisch abgedruckt. Doch bei aller Schönheit könnte die Aussagekraft der Karten noch etwas verbessert werden, zum Beispiel durch größere Symbole für Angriff oder Verteidigung auf den Charakterkarten, denn bei großen Spielrunden hatten einige Spieler Probleme damit die Symbole zu erkennen.

Persönliches Fazit

"Die Kutschfahrt zur Teufelsburg" von Micael Palm und Lukas Zach ist ein unterhaltsames und kniffliges Deduktionsspiel, das durch seine einfachen Regeln und seine hübschen Karten - nicht zuletzt aber auch wegen seines geringen Preises - zu überzeugen weiß.
Man sollte sich aber im Klaren sein, dass nicht jeder Spieler Deduktionsspiele mag und auch wir hatten in unserer Testrunde den einen oder anderen Spieler, der mit dieser Art von Spiel nicht viel anfangen kann. Von allen wurde aber die flexible Spieleranzahl und auch die englischen Texte gelobt.

Geschrieben von Tommy Heinig am 02.04.2007.

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